10. Langzeitfortbildung 2017/2018

Clownerie auf der Bühne des Lebens

Dr. Gisela Matthiae
Clownerie - auch ein Stück interkultureller Lebenskunst
Ein Fortbildung für Menschen, die das clowneske Staunen und Stolpern für sich und ihre Arbeit entdecken wollen.

Oktober 2017 bis Juni 2018 
an der Missionsakademie Hamburg

Diesmal mit dem Schwerpunkt auf transkultureller Bildung, Perspektiven, Musik und Komik weltweit.
Dazu wie auch bei den anderen Kursen Komik in der Bibel, Kirche und ihr Umfeld als Spielorte von Clownerie. 


Flyer mit allen Infos als pdf

Clownerie – ein Stück Lebenskunst

Sie lassen keinen Fettnapf aus, die Clowninnen und Clowns auf der Bühne und im ganz normalen Leben. Mutig steuern sie mitten hinein in die Katastrophe, um gerade hier überraschende Lösungen zu entdecken. Neugierig, direkt, entwaffnend bewegen sie sich durch die Welt mit ihren kulturellen Ordnungen und scheinbar festgefügten Konventionen. Weit entfernt, etwas einfach als normal hinzunehmen, betreten sie voller Staunen und Verwunderung die Bühnen des Lebens.

Clowns und Clowninnen faszinieren mit ihrer Fähigkeit sich selbst, die anderen, die Verhältnisse zu verwandeln. Doch tun sie das nie zielstrebig oder aus Berechnung. Es scheint ihnen zuzufallen, gerade indem sie sich allem stellen, was ihnen über den Weg läuft.

Sie haben keine Ahnung und trotzdem großes Vergnügen.

In dieser Grundausbildung wird sie aufgespürt, die clowneske Lebensfreude, die auch eine spirituelle ist, mit ihrem Wagemut und ihrer Leichtigkeit. Das intensive Training in der Figur des Clowns, der Clownin ermöglicht, ihre Haltung auch im beruflichen und persönlichen Alltag lebendig werden zu lassen. Die gründliche Arbeit an der eigenen Bühnenpräsenz, an Techniken der Improvisation und an Stücken bereitet für eigene Auftritte und Rollen im kirchlichen und nicht-kirchlichen Kontext vor.

Clownerie – ein Sinn für Humor

Mit Humor sieht die Welt und auch die Kirche ganz anders aus. Da dürfen – eigene – Schwächen und Schwierigkeiten aufgedeckt werden, ohne sich gleich über alles lustig zu machen. Denn wer Sinn für Humor hat, nimmt sich und alles andere immer noch ernst, aber auch wieder nicht zu ernst. Das schafft eine wohltuende Distanz, aus der heraus immer wieder verblüffend neue Blickweisen und Handlungsmöglichkeiten entdeckt werden können. Aus dem clownesken Leichtsinn kann also durchaus neuer Sinn erwachsen und selbst vermeintlicher Unsinn hat seine Qualitäten!

Humor – ein Glaubenssinn

Der Glaube wie der Humor sind von einem unerschütterlichen Optimismus und einer Liebe zu den Menschen geprägt. Ganz und gar nicht perfekt, dafür aber eigenartig und besonders ist jede und jeder Einzelne mit all ihren, seinen Stärken, aber auch Schwächen. Voller Hoffnung rechnen Humor und Glauben mit dem scheinbar Unmöglichen. So ist es, aber es könnte auch noch ganz anders sein! Ihr Trotz ist provokant und herausfordernd, lenkt den Blick auf bestehendes Unrecht und die Sehnsucht nach Befreiung. Subversiv sind beide, schöpferisch ebenso und gemeinsam einfach verrückt. Und doch gibt es auch Unterscheidungen. Die wohl wichtigste besteht darin, dass der Humor den Glauben davor bewahren kann zu streng oder gar fanatisch zu werden.

Clownerie im Umfeld von Glauben und Kirche

Clownerie erzählt auf ihre Art von den Themen des Lebens, von der  Anstrengung, auch mal etwas Besonderes zu sein, vom Scheitern daran, von der Suche nach Liebe und Erfüllung, von den Banalitäten des Alltags und den ganz großen Träumen. Darin ist sie den biblischen Geschichten  verblüffend ähnlich. Auch sie beschönigen nichts und ersehnen alles. Ihre Logik gleicht der des Clownspiels. Da sind die Letzten die Ersten, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden, und vielleicht passt sogar ein Kamel durch ein Nadelöhr. Berge werden versetzt und Flügel tragen einen bis ans äußerste Meer. Dieser Stoff scheint für die Clownerie wie geschaffen, ja, ist selbst Clownerie – im Ernst.

Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen werden so zu Orten, an denen Clownerie auf ihre Weise biblische Inhalte und theologische Gedanken zur Aufführung und zur Erfahrung bringt.

Termine

13. - 15. Oktober 2017
Der Sprung hinein ins Clownspiel
„Hoppla, auch das bin ich!“

Vergnügen am Spiel mit der roten Nase
Emotion – Haltung - Ausdruck

„Ein Clown, eine Clownin?“
Bilder einer komischen Figur

Humor als kulturübergreifende Haltung des Glaubens (Dr. Sönke Lorberg-Fehring)

24.- 26. November 2017
Die lauten und die leisen Töne
ui oh aha ö lala

Gromolo – so sprechen Clowns und Clowninnen
Wahrnehmung – Impuls – Kontakt

Clowns, (Heilige) Narren, Gaukler:
Komisches Theater, auch in Kirchen

„Gott lacht, wenn wir singen.“ (Indien)
Und wenn wir arbeiten? Weltweite Perspektiven
Stimme und Lieder (Bärbel Fünfsinn)

16. - 20. Februar 2018
Sich Freispielen
„Sag Ja!“

Regeln des Improvisationstheaters
Status und Präsenz
stolpern – stören - slapstick

Entwicklung einer eigenen Clownsfigur mit Tick und Trick

„Clownin Gott“ – welche Bilder verbinden wir und andere eigentlich mit Gott?

Transkulturelle Bildung (Dr. Sönke Lorberg-Fehring)

25. - 29. April 2018
Das Staunen wieder lernen

Komische Helden
Was verbindet die Clownin, den Clown mit der Religion?
Das Spiel mit der „Zweiten Naivität“
Neugier – innere Freiheit – Möglichkeitssinn

„Und Sarah lachte…“ - Abraham auch.
Komik in der Begegnung mit dem Fremden

Liturgie und Theater (Dr. Marcus A. Friedrich)

13. - 17. Juni 2018
Ein gemeinsames Stück entsteht und wird aufgeführt
Vorhang auf!

Das Spiel mit allerlei Unpassendem und Unpässlichkeiten
Peinlichkeiten - Scheitern - Überraschung
Die transkulturellen Strategien eines Clowns

Die Tücke des Objekts
Musik, Rhythmus und Instrumente (Bärbel Fünfsinn)

Anmeldung bis 10. Juli  2017

Schriftliche Anmeldung bitte mit tabellarischem Lebenslauf, einem Foto und einer kurzen Beschreibung der Motivation, an diesem Grundkurs teilzunehmen.

Studienleiter Dr. Sönke Lorberg-Fehring
Missionsakademie an der Universität Hamburg
Rupertistraße 67
22609 Hamburg
lorberg-fehring@missionsakademie.de

TeilnehmerInnenzahl: maximal 16

Teilnahmebedingungen: Mit den Teilnehmenden wird ein Vertrag über die ganze Grundausbildung geschlossen. An- und Abmeldebedingungen gehen den Interessierten zu.

Kursgebühren  € 2.750,- €
Die Bezahlung erfolgt pro Kursabschnitt per Überweisung.
Enthalten sind auch die Kosten für Übernachtung und Verpflegung.
Es besteht die Möglichkeit der Vergabe von Teilstipendien.

Zeitraum
Oktober 2017 bis Juni 2018
Die Fortbildung umfasst 21 Kurstage:
2 Einheiten à 3 Tage, 3 Einheiten à 5 Tage
Beginn jeweils um 11 Uhr und Ende um 13 Uhr.
An den Abenden wird in der Regel auch gearbeitet.

Informationen
Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an

Dr. Sönke Lorberg-Fehring
040 823 161 22
lorberg-fehring@missionsakademie.de
www.missionsakademie.de und

Dr. Gisela Matthiae
06051 472 480
contact@clownin.de
www.clownin.de
www.kirchenclownerie.de

Die Arbeitsweisen

Ein tägliches Aufwärmprogramm, spirituelle Impulse, intensive Arbeit am Handwerk Clownerie, Reflexionsrunden, Referate und Diskussionen, Schreiben eines eigenen Lerntagebuchs, Vorbereitung und Aufführung eines Stückes, am Ende eine schriftliche Reflexion.

Voraussetzungen

Diese Grundausbildung ist offen für alle mit Neugierde auf Clownerie und Interesse an dieser speziellen Kombination mit Themen und Aufführungsorten im christlich-kirchlichen Bereich. Vorausgesetzt werden die Freude an Spiel und Bewegung, der Mut zum Experiment, die Lust, sich zu zeigen und sich immer wieder neu zu entdecken.

Dabei gilt: Keine Angst, Sie brauchen gerade keine gute Figur abzugeben!

Die künstlerische und theologische Leitung liegt bei

Dr. Gisela Matthiae, geb. 1959, 
Ev. Theologin und Clownin, Gelnhausen.
Theaterpädagogik bei Katja Kandel, Clownerie bei Udo Berenbrinker,
Peter Aurin, Ann Dargies, Pierre Byland, Hilary Chaplain, Aitor  
Basauri und Philippe Gaulier. Gesang bei Andreas Gensch.  
Auftritte und Kurse seit 1996, Arbeitsschwerpunkte im Bereich von
Theologie / Bibel und Komik, Humor und Glaube. Dissertation zu
neuen Gottesvorstellungen von Frauen, darin die Entwicklung der  
Metapher „Clownin Gott“, Stuttgart (2. Aufl.) 2001. Das Buch zum
Kurs in der Verbindung von Clownerie, Humor und Spiritualität:  
„Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“, Freiburg / Br. 2013.
www.clownin.de / www.kirchenclownerie.de

Einzelne Inhalte werden vertieft durch

Dr. Sönke Lorberg-Fehring, geb. 1969,
Pastor und Studienleiter, Hamburg und Lübeck.
Ausbildungen in Themenzentrierter Interaktion, Bibeltheater und Psychodrama.
Dissertation über Seelsorge, Veröffentlichungen zu interkultureller Begegnung,
Seelsorge und Organisationsentwicklung. 

Bärbel Fünfsinn, geb. 1962,
Theologin, Sängerin und Musikerin, Lehrerin, Hamburg.
Arbeitete lange Zeit als Lateinamerika- und Genderreferentin im Zentrum für
Mission und Ökumene der Nordkirche, heute Lehrerin in Hamburg.
Neben- und freiberuflich als Sängerin und Musikerin tätig, Grundausbildung beim
Roy-Hart-Theatre in Frankreich. Solo- und Mitsingkonzerte, sowie Stimmworkshops.
http://www.baerbelfuenfsinn.com

Dr. Marcus A. Friedrich, geb. 1968,
Pfarrer und Erwachsenenbildner, Bibliodramaleiter, Flensburg.
Schwerpunkte im Bereich Theater und Kommunikation, Musik und Bewegung,
lebendiger Gottesdienst. Dissertation über Schauspiel und Liturgie „Liturgische Körper.
Der Beitrag von Schauspieltheorien und -techniken in der Pastoralästhetik“, Stuttgart 2001.