9. Langzeitfortbildung 2017

Clownerie auf der Bühne des Lebens

Dr. Gisela Matthiae
Clownerie in Kirche und Gemeinde
Ein Lehrgang für Menschen, die das clowneske Staunen und Stolpern für sich und ihre Arbeit entdecken wollen

Jetzt Start im April 2017, bis Oktober 2017  
St. Virgil Salzburg
in Kooperation mit dem  
Evangelischen Bildungswerk Salzburg

Flyer mit allen Infos als PDF

Clownerie – ein Stück Lebenskunst

Sie lassen keinen Fettnapf aus, die Clowninnen und Clowns auf der Bühne und im ganz normalen Leben. Mutig steuern sie mitten hinein in die Katastrophe, um gerade hier überraschende Lösungen zu entdecken. Neugierig, direkt, entwaffnend bewegen sie sich durch die Welt mit ihren mitunter merkwürdigen Ordnungen und komischen Konventionen. Weit entfernt, etwas einfach als normal hinzunehmen, betreten sie voller Staunen und Verwunderung die Bühnen des Lebens.

Clowns und Clowninnen faszinieren mit ihrer Fähigkeit sich selbst, die anderen, die Verhältnisse zu verwandeln. Doch tun sie das nie zielstrebig oder aus Berechnung. Es scheint ihnen zuzufallen, gerade indem sie sich allem stellen, was ihnen über den Weg läuft.

Sie haben keine Ahnung und trotzdem großes Vergnügen.

In dieser Grundausbildung wird sie aufgespürt, die clowneske Lebensfreude, die auch eine spirituelle ist, mit ihrem Wagemut und ihrer Leichtigkeit. Das intensive Training in der Figur des Clowns, der Clownin ermöglicht, ihre Haltung auch im beruflichen und persönlichen Alltag lebendig werden zu lassen. Die gründliche Arbeit an der eigenen Bühnenpräsenz, an Techniken der Improvisation und an Stücken bereitet für eigene Auftritte und Rollen im kirchlichen und nicht-kirchlichen Kontext vor.

Clownerie – ein Sinn für Humor

Mit Humor sieht die Welt und auch die Kirche ganz anders aus. Da dürfen – eigene – Schwächen und Schwierigkeiten aufgedeckt werden, ohne sich gleich über alles lustig zu machen. Denn wer Sinn für Humor hat, nimmt sich und alles andere immer noch ernst, aber auch wieder nicht zu ernst. Das schafft eine wohltuende Distanz, aus der heraus immer wieder verblüffend neue Blickweisen und Handlungsmöglichkeiten entdeckt werden können. Aus dem clownesken Leichtsinn kann also durchaus neuer Sinn erwachsen und selbst vermeintlicher Unsinn hat seine Qualitäten!

Humor – ein Glaubenssinn

Der Glaube wie der Humor sind von einem unerschütterlichen Optimismus und einer Liebe zu den Menschen geprägt. Ganz und gar nicht perfekt, dafür aber eigenartig und besonders ist jede und jeder Einzelne mit all ihren, seinen Stärken, aber auch Schwächen. Voller Hoffnung rechnen Humor und Glauben mit dem scheinbar Unmöglichen. So ist es, aber es könnte auch noch ganz anders sein! Ihr Trotz ist provokant und herausfordernd, lenkt den Blick auf bestehendes Unrecht und die Sehnsucht nach Befreiung. Subversiv sind beide, schöpferisch ebenso und gemeinsam einfach verrückt. Und doch gibt es auch Unterscheidungen. Die wohl wichtigste besteht darin, dass der Humor den Glauben davor bewahren kann zu streng oder gar fanatisch zu werden.

Clownerie im Umfeld von Glauben und Kirche

Clownerie erzählt auf ihre Art von den Themen des Lebens, von der  Anstrengung, auch mal etwas Besonderes zu sein, vom Scheitern daran, von der Suche nach Liebe und Erfüllung, von den Banalitäten des Alltags und den ganz großen Träumen. Darin ist sie den biblischen Geschichten  verblüffend ähnlich. Auch sie beschönigen nichts und ersehnen alles. Ihre Logik gleicht der des Clownspiels. Da sind die Letzten die Ersten, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden, und vielleicht passt sogar ein Kamel durch ein Nadelöhr. Berge werden versetzt und Flügel tragen einen bis ans äußerste Meer. Dieser Stoff scheint für die Clownerie wie geschaffen, ja, ist selbst Clownerie – im Ernst.

Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen werden so zu Orten, an denen Clownerie auf ihre Weise biblische Inhalte und theologische Gedanken zur Aufführung und zur Erfahrung bringt.

Termine

Der Kurs startet erst im April und wird insgesamt etwas verkürzt.
Dadurch verringern sich die Kosten auf 1.600,- €.
Anmeldungen sind noch möglich.

10. – 12. März 2017
Der Sprung hinein ins Clownspiel

„Hoppla, auch das bin ich!“
Vergnügen am Spiel mit der roten Nase.
Emotion – Haltung – Ausdruck.

„Ein Clown, eine Clownin?“
Bilder einer komischen Figur.

Humor als eine Haltung des Glaubens

21. – 23. April 2017
Die lauten und die leisen Töne

Das Leichte im Schweren heben.
Peinlichkeiten und die Lust am Scheitern
Wahrnehmung – Impuls – Kontakt

Clowns, (Heilige) Narren, Gaukler:
Komisches Theater, auch in den Kirchen

Weitere Referentin: Dr. Andrea Pfandl-Waidgasser, Graz

11. – 15. Juni 2017
Sich Freispielen

Sag Ja!
Regeln des Improvisationstheaters
Status und Präsenz
stolpern – stören – slapstick

Entwicklung einer eigenen Clownsfigur

Clownin Gott“ –
oder wie wollen wir uns Gott eigentlich vorstellen?

23. – 27. September 2017
Das Staunen wieder lernen

Komische Helden
Was macht die Clownin, der Clown in der Kirche?
Das Spiel mit der „Zweiten Naivität
Neugier – innere Freiheit – Möglichkeitssinn

Und Sarah lachte…“ – Abraham auch.
Komik in der Bibel

Weitere Referentin: Ariella Pavoni, Stuttgart

22. – 26. Oktober 2017
Ein gemeinsames Stück entsteht und wird aufgeführt

Vorhang auf!
Die „Logik“ des Clownspiels
Ungleichgewicht – Kontrapunkt – Überraschung

Die Tücke des Objekts
Musik, Rhythmus und Instrumente

Weitere Referentin: Ariella Pavoni, Stuttgart

Anmeldung bis 30. Januar 2017

Schriftliche Anmeldung bitte mit tabellarischem Lebenslauf, einem Foto und einer kurzen Beschreibung der Motivation, an diesem Grundkurs teilzunehmen.

Mag.a Maria Traunmüller, MA
St. Virgil Salzburg
Ernst-Grein-Straße 14
5026 Salzburg

Tel.: 0043 662 65 901-536

TeilnehmerInnenzahl: maximal 16

Teilnahmebedingungen: Mit den Teilnehmenden wird ein Vertrag über die ganze Grundausbildung geschlossen. An- und Abmeldebedingungen gehen den Interessierten zu.

Lehrgangsbeitrag

1.850,- € (zahlbar in zwei Raten)

Zeitraum

März 2017 bis Oktober 2017: 21 Kurstage,
2 Einheiten à 3 Tage, 3 Einheiten à 5 Tage.
Beginn jeweils um 10 Uhr und Ende um 13 Uhr.  
An den Abenden wird in der Regel auch gearbeitet.

Veranstaltungsort

St. Virgil Salzburg
Bildung – Konferenz – Hotel
Ernst-Grein-Straße 14    
5026 Salzburg 
   
www.virgil.at 
(Nächtigung im hauseigenen Hotel möglich)

Informationen

Flyer mit allen Infos als PDF

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Dr.in Gisela Matthiae
Tel: 0049 (0)6051 47 24 80  
contact@clownin.de / www.clownin.de / www.kirchenclownerie.de

Mag.a Maria Traunmüller, MA Studienleiterin
Tel: 0043 662 65 901-536 oder 0043 664 85 84 297
maria.traunmueller@virgil.at

Veranstaltungsnummer: 17-0318

Die Arbeitsweisen

Ein tägliches Aufwärmprogramm, spirituelle Impulse, intensive Arbeit am Handwerk Clownerie, Reflexionsrunden, Referate und Diskussionen, Schreiben eines eigenen Lerntagebuchs, Vorbereitung und Aufführung eines Stückes, am Ende eine schriftliche Reflexion.

Voraussetzungen

Diese Grundausbildung ist offen für alle mit Neugierde auf Clownerie und Interesse an dieser speziellen Kombination mit Themen und Aufführungsorten im christlich-kirchlichen Bereich. Vorausgesetzt werden die Freude an Spiel und Bewegung, der Mut zum Experiment, die Lust, sich zu zeigen und sich immer wieder neu zu entdecken.

Dabei gilt: Keine Angst, Sie brauchen gerade keine gute Figur abzugeben!

Die künstlerische und theologische Leitung liegt bei

Dr. Gisela Matthiae, geb. 1959, 
Ev. Theologin und Clownin, Gelnhausen.
Theaterpädagogik bei Katja Kandel, Clownerie bei Udo Berenbrinker,
Peter Aurin, Ann Dargies, Pierre Byland, Hilary Chaplain, Aitor  
Basauri und Philippe Gaulier. Gesang bei Andreas Gensch.  
Auftritte und Kurse seit 1996, Arbeitsschwerpunkte im Bereich von
Theologie / Bibel und Komik, Humor und Glaube. Dissertation zu
neuen Gottesvorstellungen von Frauen, darin die Entwicklung der  
Metapher „Clownin Gott“, Stuttgart (2. Aufl.) 2001. Das Buch zum
Kurs in der Verbindung von Clownerie, Humor und Spiritualität:  
„Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“, Freiburg / Br. 2013.
www.clownin.de / www.kirchenclownerie.de

Einzelne Inhalte werden vertieft durch

Dr.  Andrea Pfandl-Waidgasser, geb. 1972,  
Kath. Religionspädagogin, Krankenhausseelsorgerin und Erwachse-
nenbildnerin, Graz. Clownerie bei Helen und Henri Brugat, Udo  
Berenbrinker, Karin Theiss und Ursula Molitschnig. Dissertation zur
clownesken Ausweitung des pastoralen Möglichkeitssinns am Beispiel
der Krankenhausseelsorge mit dem Titel „Spielerischer Ernst“,  
Stuttgart 2011.  
www.weiberwandern.at

Ariella Pavoni, geb. 1966,  
Dipl. Pädagogin, Supervisorin / Coach (DGSv-zert.).
Musikerin, Rhythmustrainerin und Clownin, Herrenberg. Arbeit  
und Spiel mit Mustern und Strukturen in wechselnden Rollen.  
www.ariellapavoni.de