Clownerie 2015/2016

UND
SARAH L
ACHTE…
                       …Abraham auch.

Clownerie in der Kirche und auf der Bühne des Lebens

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Der 7. Ausbildungskurs 2015/2016 ging im Juni mit einer großartigen Aufführung in der Schlosskirche Meerholz bei Gelnhausen zu Ende. Die 12 Clowninnen und 2 Clowns belebten die barocke Kirche mit ihren Galerien, dem Kanzelaltar und den Figuren von Luther und Calvin. Theater und Gottesdienst fanden genial zueinander. Mehr Fotos in der Mediathek.

Eine Grundausbildung für Menschen, die das clowneske Staunen und Stolpern für sich und ihre Arbeit entdecken wollen.

7. Ausbildungskurs 2015 – 2016
Seminarhotel Burckhardthaus Gelnhausen

Flyer mit allen Infos als PDF

Clownerie – ein Stück Lebenskunst

Sie lassen keinen Fettnapf aus, die Clowninnen und Clowns auf der Bühne und im ganz normalen Leben. Mutig steuern sie mitten hinein in die Katastrophe, um gerade hier überraschende Lösungen zu entdecken. Neugierig, direkt, entwaffnend bewegen sie sich durch die Welt mit ihren mitunter merkwürdigen Ordnungen und komischen Konventionen. Weit entfernt, etwas einfach als normal hinzunehmen, betreten sie voller Staunen und Verwunderung die Bühnen des Lebens.

Clowns und Clowninnen faszinieren mit ihrer Fähigkeit sich selbst, die anderen, die Verhältnisse zu verwandeln. Doch tun sie das nie zielstrebig oder aus Berechnung. Es scheint ihnen zuzufallen, gerade indem sie sich innig allem stellen, was ihnen über den Weg und in den Weg läuft. Sie haben keine Ahnung und trotzdem großes Vergnügen. Was hilft dem Clown immer wieder auf die Sprünge?
In dieser Grundausbildung wird sie aufgespürt, die clowneske Lebensfreude, die auch eine spirituelle ist, mit ihrem Wagemut und ihrer Leichtigkeit. Das intensive Training in der Figur des Clowns, der Clownin ermöglicht, ihre Haltung auch im beruflichen und persönlichen Alltag lebendig werden zu lassen. Die gründliche Arbeit an der eigenen Bühnenpräsenz, an Techniken der Improvisation und an Stücken bereitet für eigene Auftritte und Rollen im kirchlichen und nicht-kirchlichen Kontext vor.

Clownerie – ein Sinn für Humor

Mit Humor sieht die Welt und auch die Kirche ganz anders aus. Da dürfen – eigene – Schwächen und Schwierigkeiten aufgedeckt werden, ohne sich gleich über alles lustig zu machen. Denn wer Sinn
für Humor hat, nimmt sich und alles andere immer noch ernst, aber auch wieder nicht zu ernst. Das schafft eine wohltuende Distanz, aus der heraus immer wieder verblüffend neue Blickweisen und Handlungsmöglichkeiten entdeckt werden können. Aus dem clownesken Leichtsinn kann also durchaus neuer Sinn erwachsen und selbst vermeintlicher Unsinn hat seine Qualitäten!

Humor – ein Glaubenssinn

Abgesehen davon, dass Humor den Glauben vor Fanatismus bewahrt, gibt es erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen beiden. Der Glaube wie der Humor sind von einem unerschütterlichen Optimismus und einer
Liebe zu den Menschen geprägt. Ganz und gar nicht perfekt, dafür aber eigenartig und besonders ist jede und jeder Einzelne – Stolpern inklusive. Doch siehe da, eine neue Perspektive, einen neuen Anfang
halten beide für möglich. Voller Hoffnung rechnen Humor und Glauben mit dem scheinbar Unmöglichen. So ist es, aber es könnte auch noch ganz anders sein! Ihr Trotz ist provokant und herausfordernd, lenkt den Blick auf bestehendes Unrecht und die Sehnsucht nach Befreiung. Subversiv sind beide, chöpferisch ebenso und gemeinsam einfach verrückt.

Clownerie im Umfeld von Glauben und Kirche

Clownerie erzählt auf ihre Art von den Themen des Lebens, von der Anstrengung, auch mal etwas Besonderes zu sein, vom Scheitern daran, von der Suche nach Liebe und Erfüllung, vom Kleinklein des Alltags und den großen Träumen. Darin ist sie den biblischen Geschichten verblüffend ähnlich. Auch sie beschönigen nichts und ersehnen alles.
Ihre Logik gleicht der des Clownspiels. Da sind die Letzten die Ersten, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden, und vielleicht passt sogar ein Kamel durch ein Nadelöhr. Berge werden versetzt und
Flügel tragen einen bis ans äußerste Meer. Dieser Stoff scheint für die Clownerie wie geschaffen, ja, ist selbst Clownerie – im Ernst.
Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen werden so zu Orten, an denen Clownerie auf ihre Weise biblische Inhalte und theologische Gedanken zur Aufführung und zur Erfahrung bringt.

12. – 14. Oktober 2015
Der Sprung hinein ins Clownspiel.
„Hoppla, auch das bin ich!“
Vergnügen am Spiel mit der roten Nase. Emotion – Haltung - Ausdruck.

„Ein Clown, eine Clownin?“ Bilder einer komischen Figur.

23. – 25. November 2015
Die lauten und die leisen Töne.
„ui oh aha ö lala“
Gromolo – so sprechen Clowns und Clowninnen. Wahrnehmung – Impuls – Kontakt.

Clowns, (Heilige) Narren, Gaukler: Zur Kulturgeschichte der Clownerie.

1. – 5. Februar 2016
Sich Freispielen
„Sag Ja!“
Regeln des Improvisationstheaters. Status und Präsenz. Stolpern – stören - slapstick.

„Und Sarah lachte…“ – Abraham auch. Komik in der Bibel.

„Clownin Gott“ – oder wie wollen wir uns Gott eigentlich vorstellen?

Weiterer Referent: Uwe Hausy

4. – 8. April 2016
Das Staunen wieder lernen.
„Komische Helden“
Was macht die Clownin, der Clown in der Kirche? Das Spiel mit der „Zweiten Naivität“.
Neugier – innere Freiheit – Möglichkeitssinn.

Entwicklung einer eigenen Clownsfigur mit Tick und Trick.

6. – 10. Juni 2016

Ein gemeinsames Stück entsteht und wird aufgeführt.
„Vorhang auf!“
Das Spiel mit allerlei Unpassendem und Unpässlichkeiten. Peinlichkeiten - Scheitern - Überraschung.
Die ungewöhnlichen Strategien eines Clowns.

Die Tücke des Objekts. Musik, Rhythmus und Instrumente.

Weitere Referentin: Ariella Pavoni

Anmeldung bis 28. August 2015
Schriftliche Anmeldung bitte mit tabellarischem Lebenslauf, einem Foto und einer kurzen Beschreibung der Motivation, an diesem Grundkurs teilzunehmen.

Dr. Gisela Matthiae
Töpfergasse 11
D-63571 Gelnhausen
contact@clownin.de

TeilnehmerInnenzahl max. 16

Teilnahmebedingungen

Mit den Teilnehmenden wird ein Vertrag über die ganze Grundausbildung geschlossen.
An- und Abmeldebedingungen gehen den Interessierten zu.

Kursgebühren 1.300,- €
Die Bezahlung erfolgt pro Kursabschnitt per Überweisung.

Kosten für Übernachtung und Verpflegung
im Einzelzimmer mit Dusche und WC 1.235,- €
im Einzelzimmer mit Etagendusche 1.075,- €

Die Bezahlung erfolgt jeweils vor Ort Bar oder mit Kreditkarte.

Zeit und Veranstaltungsort, Kontakt

Oktober 2015 bis Juni 2016:
21 Kurstage, 2 Einheiten à 3 Tage, 3 Einheiten à 5 Tage.
Beginn jeweils um 11 Uhr und Ende um 13 Uhr.
An den Abenden wird in der Regel auch gearbeitet.

Veranstaltungsort
Hotel Babalou im Burckhardthaus
Alter Graben 3d, 63571 Gelnhausen
06051 / 7004898
www.hotelgelnhausen.de

Informationen
Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Dr. Gisela Matthiae
06051 / 472480
contact@clownin.de
www.clownin.de / www.kirchenclownerie.de

Voraussetzungen

Diese Grundausbildung ist offen für alle mit Neugierde auf Clownerie und Interesse an dieser speziellen Kombination mit Themen und Auf führungsorten im christlich-kirchlichen Bereich. Vorausgesetzt werden die Freude an Spiel und Bewegung, der Mut zum Experiment, die Lust, sich zu zeigen und sich immer wieder neu zu entdecken. Dabei gilt: Keine Angst, Sie brauchen gerade keine gute Figur abzugeben!

Die künstlerische und theologische Leitung liegt bei

Dr. Gisela Matthiae, geb. 1959.
Theologin und Clownin, Gelnhausen.
Theaterpädagogik bei Katja Kandel, Clownerie bei Udo Berenbrinker, Peter Aurin, Ann Dargies, Pierre Byland, Hilary Chaplain, Aitor Basauri und Philippe Gaulier. Gesang bei Andreas Gensch.
Auftritte und Kurse seit 1996, Arbeitsschwerpunkte im Bereich von Theologie / Bibel und Komik, Humor und Kommunikation. Dissertation zu neuen Gottesvorstellungen von Frauen, darin die Entwicklung der
Metapher „Clownin Gott“, Stuttgart (2. Aufl.) 2001.
Das Buch zum Kurs in der Verbindung von Clownerie, Humor und Spiritualität: „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“, Freiburg / Br. 2013.
www.clownin.de / www.kirchenclownerie.de

Einzelne Inhalte werden vertieft durch

Uwe Hausy, geb. 1966.
Dipl. Religionspädagoge, MA Berufspädagogik, Theaterpädagoge, Frankfurt am Main. Referent für Spiel und Theater im Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Regisseur
Theater „traumfänger“, verantwortlich für die Ausbildung zum/ zur Spiel- und Theatertrainer/-pädagogin.
www.modulausbildung.de

Ariella Pavoni, geb. 1966.
Dipl. Pädagogin, Musikerin, Rhythmustrainerin und Clownin, Herrenberg. Bildungsreferentin EFW – Evangelische Frauen in Württemberg.
Rhythmusexperimente mit Stöcken, Trommeln und anderen Materialien.
www.ariellapavoni.de

Organisation

Die Organisation liegt bei:
Uwe Hausy
Zentrum Verkündigung der EKHN
Markgrafenstraße 14
60487 Frankfurt am Main
069 / 71379 118
uwe.hausy@zentrum-verkuendigung.de
www.zentrum-verkuendigung.de

Veranstalter
Dr. Gisela Matthiae in Kooperation mit dem Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Flyer mit allen Infos als PDF